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Der Weihnachtsengel - Besinnlichkeit für Working Mums

 

Letzten Freitag im Büro: Ein Kollege schickte mir eine E-Mail und verabschiedete sich mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und einen besinnlichen 1. Advent.“

 

Und ich dachte mir: Meint der mich?

Meine To-Do-Liste für das Wochenende sah so aus:

 

1.      Einkaufen

2.      Aufräumen

3.      Wäsche machen

4.      Geschenk für einen Kindergeburtstag besorgen

5.      Kinder mal wieder in die Badewanne stecken

6.      Fotos für Weihnachts-Fotokalender raussuchen

7.      Dazu erst mal ein Backup für mein Smartphone erstellen

8.      Weihnachtsbeleuchtung und Deko anbringen

9.      Blog-Artikel vorbereiten

10.   Nikolaussprüche für die Fußball-Weihnachtsfeier ausdenken

11.   Kind zur Weihnachtsfeier bringen

12.   Zeitgleich Weihnachtsmarkt der Schule mit Chorauftritt

13.   Mist, da kann ich ja gar nicht mit weil…

14.   …Samstag abends Weihnachts-Ausflug mit Kollegen und

15.   … mein Mann ebenso unterwegs mit Kollegen…

16.   … also Ersatz-Begleitung für die Kinder organisieren

17.   Online nach Weihnachtsgeschenken suchen

18.   Zwischendurch mit der Familie essen, wieder aufräumen, abwaschen

19.   Da war jetzt noch nicht mal Plätzchen backen dabei…

20.   undsoweiter

 

Advent, Vorweihnachtszeit, Besinnlichkeit… - Besinnlichkeit? Ja, angeblich soll in dieser Zeit alles besinnlich sein. Ist ja auch wirklich besinnlich, wenn ich so drüber nachdenke: In keinem Monat im Jahr ist so viel los, in der Arbeit werden noch die Planungen für das nächste Jahr fertiggestellt, eine Weihnachtsfeier jagt die nächste, die Kinder sind nervös wegen Weihnachten, Familienkrise wegen Feiertagsplanung, dazu der Geschenkestress (ich schaffe es nie, das schon im Oktober zu erledigen – chapeau wer das hinbekommt!), und gleich nach Weihnachten ist ja auch Silvester, was geplant werden muss. So stelle ich mir Besinnung vom Allerfeinsten vor. Eigentlich sind alle eher von Sinnen!

 

Wenn man nach „Besinnlichkeit“ googelt stößt man u.a. auf folgende Erklärung: Besinnlichkeit ist eine stimmungsvolle Zeit, in der Menschen zum Nachdenken und Innehalten kommen.

 

Ja aber, wie kommt „der Mensch“, besonders Eltern, denn da hin? Bei der Adventsfeier im Kindergarten kam ich darüber ins Grübeln. Im Geiste ging ich immer wieder meine To-Do-Liste durch und erweiterte sie unentwegt, gestresst von dem Gedanken, etwas zu vergessen.

 

Die Kinder spielten derweil zu einer Geschichte von 10 Weihnachtsengeln und mir wurde klar: Impulse zur Besinnlichkeit können von außen kommen, ich muss es aber zulassen. Das Nachdenken und Innehalten kann ich nur selbst tun, das macht niemand anders für mich. Zumindest ist es mir noch nie passiert, dass meine Kinder zur Tür reinkamen und sagten: "Mamaaa, jetzt sind wir mal besinnlich, machst du mihittt?"

 

Ich nahm mir also vor, am Samstag zumindest für eine halbe Stunde besinnlich zu sein und nebenbei die Weihnachtsdeko zu erledigen. Passt auch ganz gut zusammen, dachte ich mir.

Pustekuchen, es kam wieder allerlei dazwischen und lief ganz anders.

 

Am Sonntag lief es besser: Ich nutzte die Gunst der Mittagsschlafstunde meiner Tochter für meine eigene Besinnlichkeit beim Schreiben dieses Blogartikels, mit weihnachtlicher Musik und der leuchtenden 1. Adventskerze. Ist doch schon mal ein Anfang, oder?

 

Inspiriert hat mich ein Weihnachtsengel, den ich gerne mit dir teilen möchte und der vielleicht auch dir ein paar Augenblicke Besinnlichkeit schenkt.

 

Der Weihnachtsengel

 

Ein Engel in der Weihnachtszeit

in seinem blütenweißen Kleid

betrachtet voll Bewunderung

die einsetzende Dämmerung.

 

Er öffnet seine weißen Schwingen,

lässt lärmende Gedanken verklingen.

Da wird es leise ringsumher,

kein Lärm ist jetzt zu hören mehr.

 

Und mitten in der Stille nun

strahlt die Natur, und du hältst inne im Tun.

Die Welt um dich herum versinkt in Langsamkeit,

du wendest dich nach innen, nimmst dir die Zeit.

 

Noch während deine Pflichten im Kopf verklingen,

fängt die Luft an sachte zu schwingen.

Indem sich Sterne an Sterne vom Himmel reihen,

fängt es mit einem Male an zu schneien.

 

Fernab vom allem vorweihnachtlichen Gewimmel

gleiten die Flocken sanft vom Himmel.

Lass dich anstecken von ihrer Ruhe,

sie steckt auch in dir, mach dich auf die Suche.

 

Durch das Geäst der Bäume, ganz geheim

sichtbar wird plötzlich ein Lichterschein.

Er tanzt auf dem Schnee und in den Zweigen,

einen wundervollen Lichterreigen.

 

Da kommt in einem sanften Bogen

Der Weihnachtsengel zu dir herangeflogen.

Er reicht dir eine Kugel aus Licht,

mit der Besinnlichkeit in sich.

 

Schimmernd und leuchtend kannst du sie sehen,

du nimmst sie an. Lass sie ein in dein Herz und nicht mehr gehen.

 

 

Ich wünsche dir eine besinnliche Weihnachtszeit.

Deine Heidemarie


 

Inspiriert wurde ich zu dem Gedicht von dem Büchlein „10 kleine Weihnachtsengel“ von Hans-Christian Schmidt und Kerstin M. Schuld, erschienen bei Loewe.

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